Speierling (Sorbus domestica)
Der Speierling zählt zu den seltensten heimischen Wildobstbäumen Europas. Im Frühjahr trägt er zahlreiche cremeweiße Blüten, im Herbst reifen kleine apfel- oder birnenförmige Früchte. Frisch sind sie noch herb und fest, vollreif beziehungsweise nach längerer Lagerung werden sie weich und entwickeln ein angenehm süßsäuerliches Aroma. Durch seine hohe Hitze- und Trockenheitsverträglichkeit eignet sich der Speierling besonders für warme, sonnige Standorte.
Standort: sonnig bis halbschattig; bevorzugt warme, tiefgründige, nährstoffreiche und gerne kalkhaltige Böden; hitze- und trockenheitsverträglich
Wuchs: langsam wachsender, sommergrüner mittelgroßer bis großer Baum, meist etwa 15 bis 20 m hoch, unter günstigen Bedingungen auch höher; frei wachsend kann die Krone mehr als 8 m breit werden.
Blüte: April bis Mai, zahlreiche cremeweiße bis weiße Blüten in lockeren Schirmrispen
Frucht: kleine, apfel- oder birnenförmige Früchte mit herbem, gerbstoffreichem Geschmack; mit zunehmender Reife werden sie weich und süßsäuerlich
Ökologischer Wert: Die Blüten bieten Bienen, Wildbienen, Schwebfliegen und weiteren Insekten Nahrung. Die Früchte werden von Vögeln und Säugetieren gefressen. Alte Bäume bieten mit rissiger Borke, Aststrukturen und möglichen Höhlen zusätzliche Lebensräume.
Verwendung: als markanter Einzelbaum für große Gärten, Streuobstwiesen und naturnahe Pflanzungen. Die Früchte eignen sich für Marmelade, Gelee, Most, Essig und Edelbrand. Das harte und schwere Holz wird für Möbel, Furniere und Drechselarbeiten geschätzt.
Schnitt: als frei wachsender Baum kaum schnittbedürftig. Bei Bedarf abgestorbene, beschädigte oder ungünstig stehende Äste entfernen und die natürliche Kronenform erhalten.
Besonderheiten: Die gefiederten Blätter erinnern an jene der Eberesche und färben sich im Herbst attraktiv gelb bis orange-rot. Speierlingsfrüchte wurden traditionell auch dem Apfelmost zugesetzt, da ihre Gerbstoffe Geschmack, Klärung und Haltbarkeit beeinflussen. Der Speierling kann mehrere hundert Jahre alt werden.