Schwarzer Holunder, Holler (Sambucus nigra)
Der Schwarze Holunder ist ein schnell wachsender, vielseitiger Wildstrauch mit duftenden Blüten und saftreichen Früchten. Schon die Blütendolden lassen sich für Sirup und andere Spezialitäten nutzen, im Spätsommer folgen die schwarzen Holunderbeeren. Dazu kommt sein hoher Wert als Nahrungs- und Nistgehölz für zahlreiche Tiere.
Standort: anspruchslos; sonnig bis halbschattig, besonders üppiger Wuchs auf nährstoff- und stickstoffreichen Böden; ausgesprochen frosthart
Wuchs: schnellwüchsiger Großstrauch, meist 2 bis 7 m hoch, im Alter auch als kleiner Baum; vieltriebig und dicht verzweigt
Blüte: Mai bis Juli, große, weiße und intensiv duftende Schirmrispen
Frucht: schwarze, glänzende und saftreiche Steinfrüchte in überhängenden Fruchtständen; nur erhitzt verzehren
Ökologischer Wert: Die Blüten liefern zahlreichen Insekten reichlich Pollen. Die Früchte werden von vielen Vogelarten gefressen, der dicht verzweigte Strauch bietet außerdem Nist- und Rückzugsmöglichkeiten.
Verwendung: für naturnahe Hecken, Wildobstgärten und als Einzelstrauch. Die Blüten eignen sich für Sirup, Tee oder Hollerküchlein, die erhitzten Früchte unter anderem für Saft, Marmelade und Kompott.
Schnitt: sehr gut schnittverträglich und stark ausschlagsfähig. Ältere oder zu dicht stehende Triebe können bodennah entfernt werden. Regelmäßiges Auslichten fördert kräftige junge Triebe und hält den Strauch vital.
Besonderheiten: Der Schwarze Holunder gilt als Nährstoffzeiger und erreicht auch höhere Lagen bis etwa 1.500 m. Die jungen Triebe besitzen ein auffälliges weißes Mark, das traditionell etwa für Hollerpfeiferl genutzt wurde. Die Früchte sollten nicht roh verzehrt werden, da problematische Inhaltsstoffe erst durch ausreichendes Erhitzen unschädlich gemacht werden.
Zu diesem spannenden Gehölz gibt es eine Wildgehölz-Monografie. Alle unsere Monografien sind hier zu finden: regionale-gehoelze.at/wissenswertes/monografien