Haferschlehe (Prunus spinosa sp. insititia)
Die Haferschlehe ist eine besondere Auslese aus der großen Formenvielfalt unserer Wildschlehen. Sie wächst kräftiger und aufrechter, trägt deutlich weniger Dornen und bildet größere, eher süßliche Früchte. Damit verbindet sie den robusten Charakter der Schlehe mit interessanten Eigenschaften für alle, die Wildobst gerne ernten und verarbeiten.
Standort: anspruchslos; bevorzugt einen sonnigen Standort für einen guten Fruchtansatz, kommt aber auch mit unterschiedlichen Böden gut zurecht
Wuchs: straff aufrechter Großstrauch, bis etwa 4 m hoch; wenig bis kaum bedornt
Blüte: Mai, weiß
Frucht: große, rundliche Schlehenfrüchte, eher süßlich und spätreifend; bei voller Reife beziehungsweise nach Frosteinwirkung wird das Fruchtfleisch meist milder und weicher
Ökologischer Wert: Die Blüten bieten Insekten im Frühjahr Nahrung, die Früchte werden auch von Vögeln und anderen Tieren genutzt. Die dichte Verzweigung schafft zudem Schutz- und Rückzugsräume.
Verwendung: als besonderes Wildobst für naturnahe Gärten und Wildobsthecken; die Früchte eignen sich für Marmelade, Gelee, Saft und Schnaps, bei guter Reife auch zum Naschen
Schnitt: gut schnittverträglich. Als frei wachsender Strauch ist kaum regelmäßiger Schnitt notwendig; bei Bedarf können ältere oder störende Triebe ausgelichtet werden.
Besonderheiten: Die Haferschlehe gehört zu den interessanten halbwilden Formen innerhalb der großen Schlehenvielfalt. Ob solche Pflanzen auf alte Kulturformen, natürliche Auslesen oder Einkreuzungen mit verwandten Pflaumenformen zurückgehen, lässt sich im Einzelfall oft nicht eindeutig feststellen. Auch die Eigenschaften der Nachkommen können variieren. Wie andere Schlehen kann sie Wurzelsprosse bilden, was sich zugleich gut zur Entwicklung einer dichten, naturnahen Wildobsthecke nutzen lässt.
Zu diesem spannenden Gehölz gibt es eine Wildgehölz-Monografie. Alle unsere Monografien sind hier zu finden: regionale-gehoelze.at/wissenswertes/monografien