Weingartenpfirsich (Prunus persica)
Der Weingartenpfirsich gehört seit Jahrhunderten zur Kulturlandschaft österreichischer Weinbaugebiete. Im April schmückt er sich mit leuchtend rosa Blüten, Ende August bis Anfang September reifen seine saftigen, intensiv aromatischen Früchte. Traditionell aus Kernen vermehrte Weingartenpfirsiche zeichnen sich durch eine große genetische Vielfalt aus und sind besonders gut an warme, trockene Standorte angepasst.
Standort: volle Sonne; warm und möglichst geschützt, trocken bis frisch, bevorzugt gut durchlässige Böden. Besonders für Weinbaulagen geeignet; in der Böhmischen Masse werden warme Weinbaulagen empfohlen.
Wuchs: sommergrüner Kleinbaum bis Großstrauch, meist etwa 3 bis 6 m hoch, je nach Typ und Standort auch darüber; frei wachsend kann sich eine breite, lockere Krone entwickeln
Blüte: April, zahlreiche auffällige rosa Blüten, meist noch vor dem Laubaustrieb
Frucht: saftige, aromatische Früchte mit herb-würzigem Geschmack; Reife meist Ende August bis Anfang September, etwa zur Zeit der Weinlese
Ökologischer Wert: Die frühe Blüte bietet Honigbienen, Wildbienen, Hummeln und weiteren Insekten Nahrung. Als traditionelles Gehölz in Weingärten und Gärten schafft der Weingartenpfirsich zusätzliche Strukturen und Nahrungsangebote für Tiere.
Verwendung: als einzelner Obstbaum, in lockeren Hecken und naturnahen Obstpflanzungen. Die Früchte eignen sich zum Frischverzehr sowie für Marmelade, Kompott, Saft, Likör und Edelbrand.
Schnitt: gut schnittverträglich; da Pfirsiche vor allem am einjährigen Holz fruchten, fördert regelmäßiges Auslichten die Bildung junger Fruchttriebe. Frei wachsende Bäume am besten im Sommer nach der Ernte schneiden.
Besonderheiten: Traditionell werden Weingartenpfirsiche aus Kernen weitervermehrt, wodurch unterschiedliche Frucht- und Wuchstypen entstehen können. Sie sind ein charakteristisches Element alter Weinbaulandschaften. Ein warmer, geschützter Standort ist besonders günstig, da die frühe Blüte empfindlich auf stärkere Spätfröste reagieren kann.