Silber-Weide (Salix alba)
Die Silber-Weide ist unsere größte heimische Baumweide und eine eindrucksvolle Erscheinung für große, gut wasserversorgte Standorte. Ihren Namen verdankt sie dem silbrig grauen Schimmer der schmalen Blätter. Sie wächst ausgesprochen schnell, verträgt auch längere Überschwemmungen und lässt sich hervorragend zur traditionellen Kopfweide erziehen.
Standort: sonnig und licht; bevorzugt frische bis feuchte, auch wechselfeuchte, basen- und nährstoffreiche Böden in sommerwarmen Lagen; verträgt längere Überschwemmungen und wächst bei ausreichender Wasserversorgung auch auf trockeneren Standorten
Wuchs: sehr raschwüchsiger, sommergrüner Großbaum mit länglicher Krone und überhängenden Ästen, bis etwa 30 m hoch; Jahreszuwachs unter günstigen Bedingungen bis etwa 2 m. Die dünnen Zweige sind zäh und biegsam. Frei wachsend entwickelt sie eine ausladende Krone und kann im Alter über 8 m breit werden.
Blüte: im Frühjahr mit dem Laubaustrieb, in länglichen Kätzchen; männliche und weibliche Blüten befinden sich in der Regel auf unterschiedlichen Bäumen. Die Kätzchen bieten reichlich Pollen und Nektar und werden besonders von Honigbienen, Wildbienen und Hummeln besucht.
Frucht: kleine Kapselfrüchte mit zahlreichen feinen, behaarten Samen, die durch den Wind verbreitet werden
Ökologischer Wert: Das reichhaltige Pollen- und Nektarangebot macht die Silber-Weide zu einem wichtigen Nahrungsgehölz für Honigbienen, Wildbienen, Hummeln und weitere Insekten. Alte, kräftige Weiden bieten mit ihrer strukturreichen Krone und ihrem Holz zusätzlich vielfältige Lebensräume.
Verwendung: für Auen, Bach- und Ufergehölze, große naturnahe Gärten und feuchte Standorte; besonders gut zur Erziehung als traditionelle Kopfweide geeignet. Die biegsamen Ruten wurden früher unter anderem zum Flechten genutzt.
Schnitt: sehr gut schnittverträglich. Als frei wachsender Baum benötigt sie nur wenig Schnitt. Kopfweiden müssen dagegen regelmäßig kräftig zurückgeschnitten werden, damit die zunehmend schweren Äste den Kopf nicht auseinanderbrechen. Auch ein starker Verjüngungsschnitt wird von Weiden gut vertragen.
Besonderheiten: Die Silber-Weide kann bis etwa 100 Jahre alt werden und eine eindrucksvolle Baumgestalt entwickeln. Die Knospen sind klein, flach anliegend, rotbraun und seidig behaart. Traditionell wurden Ruten für Flechtarbeiten und das Holz unter anderem zur Holzschuherzeugung verwendet.